Jahrestag

Der 26. Mai 1951 war für viele Chemnitzer Theaterfreunde ein wichtiger Tag: Das Opernhaus, das bei den Bombenangriffen im Februar und März 1945 fast völlig zerstört worden war, konnte nach einem umfassenden Wiederaufbau mit moderner Bühnentechnik und schicker Innenarchitektur der 50er Jahre erstmals wieder Besucher empfangen. Nach einem Festakt am Vormittag öffnete sich am Abend der Vorhang für Beethovens „Fidelio“. Unter der Leitung von Martin Egelkraut, in der Inszenierung Alfred Eichhorns und dem Bühnenbild Paul Meinigs sangen Elly Doerrer die Leonore und Rudolf Wedel den Florestan. Der Städtische Opernchor wurde durch Mitglieder des Volkschores verstärkt. Auch der darauffolgende Tag stand noch ganz im Zeichen der Wiedereröffnung: Während vormittags bei einem Festkonzert Webers Ouvertüre zum „Freischütz“ und Tschaikowskys 5. Sinfonie erklangen, präsentierte das Schauspielensemble abends Friedrich Wolfs „Der arme Konrad“ mit der Musik von Paul Dessau. Die Aufführung fand in Anwesenheit der Autoren statt und weist auf dem Besetzungszettel mit Otto Steinmann, Camillo Triembacher, Helmut Schreiber, Fred Mahr, Horst Richter und Wolfgang Lohse eine Reihe auch später andernorts bei Film und Fernsehen erfolgreicher Schauspieler auf. Regie führte Oskar Kaesler, das Bühnenbild stammte von Willi Eylitz.