Komponisten fern der Heimat

Beim 9. Sinfoniekonzert der Saison - am Mittwoch, 10. Mai 2017, um 19.00 Uhr, und am Donnerstag, 11. Mai, um 20.00 Uhr in der Stadthalle - spielt die Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung von Felix Bender Werke von Sergej Rachmaninow, Joseph Haydn und Antonín Dvořák.


Hätte dieses Konzertprogramm einen Untertitel, er müsste wohl „Fern der Heimat“ oder auch „Auf Reisen“ lauten. Alle drei zu hörenden Werke entstanden während Auslandsaufenthalten, zu denen ihre Schöpfer eingeladen waren und die sich bei allen als fruchtbare Phase erweisen sollte. Der Basler Maler Arnold Böcklin lebte in den Jahren 1874 bis 1885 in Florenz, wo er sein Gemälde „Die Toteninsel“ malte und aufgrund der Beliebtheit dieses Sujets gleich vier weitere Fassungen herstellte. Eine davon sah Sergej Rachmaninow, als er zwischen 1906 und 1909 in Dresden weilte. Dieses Schlüsselwerk des Symbolismus inspirierte ihn zu einer gleichnamigen programmatischen Tondichtung.


Joseph Haydn reiste 1791 auf Einladung des Konzertimpresarios Johann Peter Salomon nach London. Er war als Komponist und Dirigent dort so erfolgreich, dass einer der konkurrierenden Konzertveranstalter sich genötigt sah, seinerseits einen berühmten Musiker einzuladen. Ausgerechnet Haydns Schüler Ignaz Pleyel erhielt diese Chance und brachte neben seinen anderen Kompositionen auch eine gerade in Mode gekommene Sinfonia concertante mit, ein Solokonzert mit mehreren Solisten. Vermutlich war dies der Anlass für Haydn, gleichzuziehen und innerhalb kürzester Zeit eine Antwort darauf zu kreieren: seine Sinfonia concertante B-Dur Hob. I: 105.


Antonín Dvořák folgte hundert Jahre später einer Einladung nach New York, um dort Direktor des Konservatoriums zu werden. Die Amerikaner erwarteten von ihm nicht weniger als eine „Nationalmusik“, und genau das ist ihm mit seiner 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt" mehr als gelungen.