Operetten-Uraufführung

Eine Uraufführung steht am Samstag, 14. Januar 2017, um 19.00 Uhr auf dem Spielplan des Opernhauses: Premiere feiert Benjamin Schweitzers Operette "Südseetulpen" in der Inszenierung von Robert Lehmeier.


Man nehme zwei Finanzgenies, schenke ihnen das Monopol auf den Südseehandel und stecke ihnen eine Blumenzwiebel ins Gepäck - schon beginnt die Reise in eine verdrehte Welt voller historischer Persönlichkeiten. Benjamin Schweitzer hat ein modernes und heiteres Musiktheater gezaubert, bei dem Eingängiges mit kompositorischen Errungenschaften des 20./21. Jahrhunderts kombiniert wird. "Südseetulpen" ist ein abstruser und zirkusartiger Blick auf die faszinierenden Geschehnisse und Prozesse der Finanzbranche - Anspielungen auf die tagesaktuelle Wirklichkeit nicht ausgeschlossen. 


Mit der Uraufführung einer Operette greift Regisseur Robert Lehmeier auf die Ursprünge des Genres zurück, das zu seiner Entstehungszeit auch zeitkritische Inhalte transportierte. So greift "Südseetulpen" das aktuelle Thema der Spekulationsblasen und Börsencrashs, Schneeball- und Betrugssysteme auf, stellt es aber in historischer Verkleidung dar. "Personen der Vergangenheit kann man kritische Texte unbefangener in den Mund legen, als wenn man heutige Politiker auf die Bühne brächte", sagt Benjamin Schweitzer.


Die Vielzahl der Schauplätze bekommt Regisseur Robert Lehmeier in den Griff, indem er ein Theater im Theater aufbaut und darin einen Raum schafft, der Marktplatz und Manege, Parlament und Spekulationsbörse sein kann. Den Wechsel der Dekorationen macht er deutlich als Bühnenzauber erkennbar.