„Theater heute“ bei Carsten Knödler


Die Zeitschrift „Theater heute“ berichtet in ihrer gerade erschienenen Juni-Ausgabe von einer Reise, auf der sie auch beim Chemnitzer Schauspieldirektor Carsten Knödler Station gemacht hat. Das Untersuchungsziel: „Fremdenhass, AfD-Erfolge, Pegida-Aufmärsche und Angriffe auf Flüchtlingsheime: Der ostdeutschen Provinz eilt ein reaktionärer Ruf voraus. Wie reagieren die Bühnen darauf?“ Carsten Knödler wird zitiert: „Wir machen keinen Spielplan gegen Pegida, aber wir scheuen uns auch, glatte Antworten zu geben. Die Leute wollen als denkende Menschen ernst genommen und nicht gegängelt werden.“ Die Zeitschrift nennt dafür Belege aus Knödlers Spielplan: „In seinem Haus wird ‚Clash Of Civilizations‘ gespielt und damit eine Antwort gesucht auf die Frage, woher diese unbestimmte und gefährliche Angst, diese Ohnmacht kommt, die sich zunehmend nationalistisch in ganz Europa artikuliert. Man hätte das Stück lange vor dem Ankommen der Flüchtlingsströme angesetzt. In Chemnitz wird auch ‚Caligula‘ gegeben, Camus’ radikale Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaften; die Premiere wurde bewusst auf den 5. März gelegt, den Jahrestag der Bombardierung Chemnitz’, an dem regelmäßig die Rechten deutschtreu aufmarschieren. Und auf dem Spielplan findet sich ‚Die Zärtlichkeit der Hunde‘ von Uta Bierbaum, jüngst ausgezeichnet mit dem ‚Chemnitzer Theaterpreis für Junge Dramatik‘. In dem Stück geht es um Geheimnisse, die ein Mensch mit sich herumträgt, die ihn leiten und verleiten, und es geht um die Aufmerksamkeit, ohne die ein gesellschaftliches Leben Risse und Sprünge bekommen kann.“ Die Zeitschrift stellt weiter fest: „Und ‚ganz nebenbei‘ ist es hier (…) vor allem die unsichtbare Arbeit hinter den Kulissen, mit der auf die Zeitläufte reagiert wird: Engagements der Jugendclubs, Deutschkurse mit Flüchtlingen, gemeinsame Theaterbesuche – es sei doch alles ‚schon so normal geworden‘, sagt Knödler.“