Clash Of Civilizations

Ein Experiment

URAUFFÜHRUNG

Premiere 10.12.2015

Schauspielhaus-Ostflügel


In einer Zeit, in der es durch die unglaubliche Komplexität ökonomischer wie politischer Fragen zu einer schweigenden Machtverschiebung zugunsten großer Kapitalgesellschaften kommt, werden Stimmen laut, die gefühlte Ohnmacht und Ängste artikulieren. Mit ihnen kehrt ein Buch in die Diskussion zurück, das bereits vom Staub der 1990er bedeckt war: Samuel P. Huntingtons "Clash Of Civilizations". Seine Provokation lag 1993 darin, die Welt nach dem Kalten Krieg wieder in Lager zu teilen und künftige Konflikte an den Risslinien unterschiedlicher Kulturen auszumachen. Aber was war zuerst da? Die Henne oder das Ei? Huntingtons Ausführungen oder die Kriege im Irak und in Afghanistan? Welche blinden Flecken erzeugt also seine These vom „Kampf der Kulturen“?


Klugerweise wird man kulturelle Unterschiede zwischen den verschiedenen Gesellschaften und Religionen der Erde differenzieren, es wäre jedoch fahrlässig, sie zu benutzen, um die geostrategischen Ursachen vieler Konflikte zu verkleistern. Denn was ist mit dem Hunger mächtiger Nationalstaaten nach Rohstoffen und Einflusssphären? Wie steht es um die Einmischung nicht nur amerikanischer Geheimdienste in die inneren Angelegenheiten anderer Länder? Wie gehen wir mit dem Erbe des europäischen Kolonialismus um? Welche Auswirkungen hat unsere Außen- und Wirtschaftspolitik auf andere Länder? – Die Entscheidungen der Big Player bestimmen zwingend wie oft ungreifbar das Leben jedes einzelnen Menschen weltweit. Sie geben den Rahmen vor, in dem wir uns entfalten (können). Aber welche blinden Flecken akzeptieren wir alltäglich und woher kommt jene diffuse Angst und Ohnmacht, die sich zunehmend nationalistisch in ganz Europa artikuliert? Mit unserer szenischen Collage begeben wir uns auf Expedition in „schwarze Löcher“ aktueller Diskussionen.


Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten / keine Pause


Altersempfehlung: ab 14 Jahren


Preis 12,00 Euro 


Publikumsgespräch im Anschluss an jede Vorstellung (außer Premiere)


Pressestimmen zu dieser Inszenierung