Kunst

Schauspiel von Yasmina Reza

Aus dem Französischen von Eugen Helmlé

Premiere: 18.03.2017

Schauspielhaus, Große Bühne


Dermatologe Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein monochromes Bild mit weißem Untergrund und feinen weißen Streifen. Für eine sechsstellige Summe. Marc ist entsetzt über diese „Kunst-Scheiße“ und äußert das ziemlich deutlich. Serge ist beleidigt, während Yvan, der Dritte im Bunde der langjährigen Männerfreundschaft, zwar irgendetwas in dem Bild zu sehen meint, vor allem aber zwischen Serge und Marc vermitteln will, um die Wogen zu glätten. Das katapultiert ihn allerdings mitten hinein in den Streit seiner beiden Freunde, in dem es natürlich längst nicht mehr um die Kunst geht. Das Bild dient lediglich als Katalysator, um unausgesprochene Befindlichkeiten und gegensätzliche Ansichten, tiefsitzende Vorurteile und oberflächliche Eitelkeiten in einem längst fälligen Gefecht auf den Tisch zu bringen. Offensiv und kompromisslos demontieren die drei die Grundfesten ihrer Beziehung, bis sie sich plötzlich ihren grundverschiedenen Lebensentwürfen gegenüber sehen, die nun ebenso in Frage gestellt werden wie der Fortbestand ihrer Freundschaft.


Mit "Kunst" gelang der französischen Autorin, Schauspielerin und Übersetzerin Yasmina Reza der internationale Durchbruch. Der Erfolg ihres dritten Stückes, das seit der Uraufführung 1994 zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt, und ihre späteren Arbeiten "Drei Mal Leben" und "Der Gott des Gemetzels", die in den letzten Jahren bereits am Schauspiel Chemnitz zu sehen waren, machten die Autorin zu einer der heute weltweit meistgespielten Gegenwartsdramatikerinnen.


Reza entwirft in "Kunst" äußerst humorvoll eine bissig-ironische und psychologisch feine Studie unserer Gesellschaft. Konfliktreich zerlegt sie Werte- und Lebensvorstellungen, die wir nur allzu oft von anderen abhängig machen und wie selbstverständlich akzeptieren, während wir im Grunde genommen aneinander vorbeileben. Und wenn wir dann (hoffentlich) auch hin und wieder mal höchst unsanft gegeneinanderprallen, dann schickt sie uns wenigstens ein Lachen mit auf den Weg.


Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten / keine Pause 

Altersempfehlung: ab 15 Jahren 

Preis: 10,00 bis 18,00 Euro


Pressestimmen zu dieser Inszenierung